Mit dem Mustang GT4 begann 2016 eine neue Ära des Mustang-Rennsports: Ford Performance und Multimatic entwickelten erstmals einen Mustang gezielt für den internationalen GT-Kundensport. Mit GT4, GT3 und Dark Horse R wurde das Programm kontinuierlich erweitert und der Mustang in immer mehr internationalen Rennserien eingesetzt. Dabei wandelte sich der Mustang vom amerikanischen Rennwagen zunehmend zum weltweit einsetzbaren GT-Kundenfahrzeug. Mit dem Mustang GT3 ab 2024 erreichte diese Entwicklung auch die höchste internationale GT-Kategorie.
| Zeitraum | Organisation / Serien | Reglement / Klasse | eingesetzter Mustang |
|---|---|---|---|
| 2016–2023 | IMSA, SRO/World Challenge, GT4 European Series u. a. | GT4 | Mustang GT4 (S550) |
| 2023–heute | SRO, IMSA, internationale GT-Serien | GT4 | Mustang GT4 (S650/Dark Horse) |
| 2024–heute | IMSA WeatherTech, FIA WEC, SRO/GT World Challenge, Le Mans u. a. | GT3 | Mustang GT3 (S650/Dark Horse) |
| 2024–heute | IMSA | Single-Make / Mustang Challenge | Mustang Dark Horse R |
| 2025–heute | USAC / Mustang Cup | Single-Make | Mustang Dark Horse R |
| 2024–heute | Australian Supercars | Supercars Gen3 | Mustang GT |
Mit dem 2016 vorgestellten Mustang GT4 begann eine neue Phase des internationalen Mustang-Rennsports: Ford Performance entwickelte gemeinsam mit Multimatic einen weltweit einsetzbaren GT4-Kundenrennwagen auf Basis des Mustang Shelby GT350R-C; die ersten Renneinsätze erfolgten 2017. Reglementiert war der Wagen nach den FIA-GT4-Vorschriften und er kam unter anderem in der IMSA Continental Tire SportsCar Challenge, der Pirelli World Challenge sowie der GT4 European Series zum Einsatz. Der 5,2-Liter-V8 mit Trockensumpfschmierung, Renngetriebe, Multimatic-Fahrwerk und Brembo-Bremsen leistete je nach BoP-Konfiguration rund 450 PS; die Karosserie erhielt grosse Kotflügelverbreiterungen, Frontsplitter, Seitenschweller, Heckdiffusor und Heckflügel. Zu den wichtigsten Fahrern gehörten Scott Maxwell, Billy Johnson und Jade Buford sowie weitere Ford- und Multimatic-Werksfahrer; bereits in der Debütsaison 2017 gewann der GT4 Rennen in Sebring, Watkins Glen und Road America und holte Pole-Positions in Daytona und Sebring.
Der GT4 war kein einzelnes Werksfahrzeug, sondern wurde als Kundenrennwagen aufgebaut und von Multimatic produziert; dadurch konnten verschiedene Teams in Nordamerika und Europa mit demselben Grundmodell antreten. Besonders erfolgreich war Multimatic selbst in der amerikanischen IMSA-Serie, wo Ford bereits mit dem Vorgänger Shelby GT350R-C Fahrer-, Team- und Herstellermeisterschaften gewonnen hatte. Der S550-GT4 bildete damit die direkte Verbindung zwischen den früheren Ford-Rennsport-Sondermodellen und der späteren globalen GT4-Kundenplattform.
2024 löste der neue Mustang GT4 auf Basis des S650 beziehungsweise des Mustang Dark Horse die erste GT4-Generation ab. Ford Performance entwickelte ihn erneut zusammen mit Multimatic; der Wagen entspricht dem FIA-GT4-Reglement und ist für internationale Kundenteams in Serien wie IMSA, SRO GT4 America, GT4 European Series und weiteren nationalen GT4-Meisterschaften vorgesehen. Angetrieben wird er von einem speziell entwickelten 5,0-Liter-Coyote-V8, kombiniert mit Multimatic-DSSV-Dämpfern, Holinger-Dog-Ring-Getriebe, Renn-ABS und einer aerodynamisch stark optimierten Karosserie. Optisch unterscheidet sich der Rennwagen durch breite Kotflügel, Frontsplitter, Seitenschweller, Heckdiffusor und grossen Heckflügel deutlich vom Strassen-Dark-Horse. Ford nennt für die GT4-Generation inzwischen mehr als 20 Rennsiege allein im Jahr 2024; damit etablierte sich der neue GT4 sehr schnell als weltweit konkurrenzfähiger Kundenrennwagen.
Zu den wichtigen Fahrern zählen unter anderem erfahrene Ford-Werks- und Multimatic-Piloten wie Scott Maxwell, Billy Johnson, Christopher Mies und Dennis Olsen, wobei die konkrete Fahrerpaarung vom jeweiligen Kundenteam und der Rennserie abhängt. Ein grosser Teil des Erfolgs basiert gerade auf der Kombination aus professionellen Werksfahrern, privaten Teams und der technisch identischen GT4-Plattform. Der Mustang GT4 ist deshalb heute nicht nur ein Ford-Rennwagen, sondern ein weltweit angebotenes Kundensportprodukt.
Mit dem Mustang GT3 kehrte Ford 2024 in die höchste internationale GT-Kategorie zurück. Der von Ford Performance und Multimatic entwickelte Rennwagen entspricht dem FIA-GT3-Reglement und wird unter anderem in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship, der FIA World Endurance Championship (WEC), bei den 24 Stunden von Le Mans, in der GT World Challenge sowie weiteren nationalen und internationalen GT-Serien eingesetzt. Grundlage ist der S650 Mustang beziehungsweise Dark Horse, technisch handelt es sich jedoch um eine reine Rennkonstruktion mit einem 5,4-Liter-Coyote-basierten V8, sequentiellem Renngetriebe mit Transaxle-Anordnung, Rennfahrwerk, Kohlefaser-Aerodynamik und stark verbreiterter Karosserie.
Zu den bedeutendsten Fahrern gehören Christopher Mies, Dennis Olsen, Frédéric Vervisch, Mike Rockenfeller und Sebastian Priaulx. Bereits 2024 erreichte der Mustang GT3 bei seinem Le-Mans-Debüt mit Dennis Olsen, Giorgio Roda und Mikkel Pedersen den dritten Platz in der LMGT3-Klasse. Den ersten grossen Gesamterfolg erzielte der Mustang GT3 2025 bei den 24 Stunden von Daytona: Dennis Olsen, Christopher Mies und Frédéric Vervisch gewannen mit dem #65 Ford Multimatic Mustang die GTD-Pro-Klasse und damit den ersten internationalen GT3-Sieg des Mustang. Im selben Jahr folgte am Nürburgring der erste grosse europäische Langstreckensieg: Der Mustang GT3 #65 von David Schumacher, Dennis Fetzer, Salman Owega und Jusuf Owega gewann die SP9-Pro-Am-Klasse und wurde Vierter der Gesamtwertung.
Auch im Sprint- und GT-Sport entwickelte sich der GT3 erfolgreich; 2025 gewann der Mustang erstmals ein Rennen im ADAC GT Masters mit Finn Wiebelhaus und Salman Owega. Die Fahrzeuge werden von Multimatic für Ford Performance und Kundenteams aufgebaut; damit ist der GT3 sowohl Werks- als auch Kundensportfahrzeug. Die Zahl der gebauten Fahrzeuge ist nicht mit einer klassischen Serienproduktion vergleichbar, sondern wächst entsprechend den internationalen Kundensportprogrammen.
Mit dem Mustang Dark Horse R schuf Ford Performance gleichzeitig einen deutlich einfacher zugänglichen Rennwagen unterhalb des GT4. Das Fahrzeug basiert auf dem serienmässigen Dark Horse und ist als Turnkey-Rennwagen für den Markenpokal konzipiert; eingesetzt wird er vor allem in der von IMSA sanktionierten Mustang Challenge beziehungsweise den daraus entstandenen Mustang-Cup-Programmen. Der 5,0-Liter-Coyote-V8, Multimatic-DSSV-Dämpfer, Brembo-Bremsanlage, 18-Zoll-Rennräder, Rennsitz, Überrollstruktur, Kraftstoffzelle und weitere Sicherheits- und Rennsportkomponenten machen ihn zu einem vollwertigen Rennfahrzeug, ohne die technische Komplexität eines GT4 zu erreichen.
Optisch bleibt der Dark Horse R wesentlich näher am Serienfahrzeug als GT4 und GT3, erhält jedoch Rennräder, Slicks, Sicherheitsausstattung und entsprechende Aerodynamik. Ford positioniert ihn ausdrücklich als Einstieg in die eigene Motorsport-Pyramide: vom Dark Horse R über den Mustang GT4 bis zum GT3. Die Mustang Challenge startete 2024 in Nordamerika; inzwischen existieren mehrere Mustang-Einmarkenprogramme auf unterschiedlichen Kontinenten. Für diese Klasse stehen deshalb weniger einzelne Werkspiloten als vielmehr Nachwuchs- und Kundensportfahrer im Mittelpunkt
Eine eigenständige Entwicklung stellt der Mustang Gen3 Supercar für Australien dar. Der Wagen debütierte bereits 2023 in der australischen Repco Supercars Championship und folgt dem Gen3-Reglement der Supercars-Serie, das technisch zwischen klassischen Tourenwagen und modernen Silhouetten-Rennwagen angesiedelt ist. Der Mustang besitzt einen Coyote 5,4-Liter-V8 Voodoo mit rund 600 PS, Hinterradantrieb, sequentielles Renngetriebe und eine stark verbreiterte Rennkarosserie; trotz der aggressiven Aerodynamik bleibt die typische S650-Mustang-Silhouette deutlich erkennbar. Ford Performance arbeitet dabei mit den australischen Teams und dem Ford-Homologationsprogramm zusammen.
Die Mustang-Geschichte in den Supercars begann bereits 2019 mit dem Vorgängermodell und entwickelte sich sofort sehr erfolgreich: Scott McLaughlin gewann 2019 die Supercars-Fahrermeisterschaft und Ford gleichzeitig die Herstellerwertung; McLaughlin gewann mit dem Mustang auch den Bathurst 1000. 2020 folgte die zweite Meisterschaft in Folge. Mit der Gen3-Generation setzte sich die Erfolgsgeschichte fort; Ford bezeichnet 2025 als erstes Meisterschaftsjahr des Gen3-Mustang und konnte ebenfalls den Bathurst 1000 gewinnen. Zu den aktuellen beziehungsweise prägenden Mustang-Fahrern gehören Will Brown, Broc Feeney, Cameron Waters, Matthew Payne, Richie Stanaway und Kai Allen.
Eine eigenständige Entwicklung stellt der Mustang Gen3 Supercar für Australien dar. Der Wagen debütierte bereits 2023 in der australischen Repco Supercars Championship und folgt dem Gen3-Reglement der Supercars-Serie, das technisch zwischen klassischen Tourenwagen und modernen Silhouetten-Rennwagen angesiedelt ist. Der Mustang besitzt einen Coyote 5,4-Liter-V8 Voodoo mit rund 600 PS, Hinterradantrieb, sequentielles Renngetriebe und eine stark verbreiterte Rennkarosserie; trotz der aggressiven Aerodynamik bleibt die typische S650-Mustang-Silhouette deutlich erkennbar. Ford Performance arbeitet dabei mit den australischen Teams und dem Ford-Homologationsprogramm zusammen.
Die Mustang-Geschichte in den Supercars begann bereits 2019 mit dem Vorgängermodell und entwickelte sich sofort sehr erfolgreich: Scott McLaughlin gewann 2019 die Supercars-Fahrermeisterschaft und Ford gleichzeitig die Herstellerwertung; McLaughlin gewann mit dem Mustang auch den Bathurst 1000. 2020 folgte die zweite Meisterschaft in Folge. Mit der Gen3-Generation setzte sich die Erfolgsgeschichte fort; Ford bezeichnet 2025 als erstes Meisterschaftsjahr des Gen3-Mustang und konnte ebenfalls den Bathurst 1000 gewinnen. Zu den aktuellen beziehungsweise prägenden Mustang-Fahrern gehören Will Brown, Broc Feeney, Cameron Waters, Matthew Payne, Richie Stanaway und Kai Allen.
Zusammenstellung: Marcel Alder