Drag Racing ist eine völlig andere Motorsportdisziplin. Zwei Fahrzeuge treten auf einer geraden, kurzen Strecke gegeneinander an; entscheidend sind Beschleunigung, Traktion und die möglichst schnelle Bewältigung der vorgeschriebenen Distanz.
Die wichtigste amerikanische Organisation ist die NHRA – National Hot Rod Association. Daneben existierten und existieren weitere Organisationen wie die IHRA – International Hot Rod Association. Innerhalb des Drag Racing gibt es zahlreiche Klassen und Rennarten, beispielsweise:
Der Mustang spielte insbesondere bei Factory Experimental, Cobra Jet, Super Stock und Funny Car eine bedeutende Rolle. Dabei reicht die Entwicklung von den ersten 427-powered Mustangs der 1960er-Jahre über die 428 Cobra Jets bis zu den modernen Cobra-Jet-Rennwagen und elektrischen Entwicklungsfahrzeugen
Mustang-Chronologie im Drag Racing
| Zeitraum | Mustang-Programm | Disziplin/Serie |
|---|---|---|
| 1964–67 | 427 A/FX Mustangs | Drag Racing / NHRA |
| 1968–70 | Cobra Jet / Super Cobra Jet | Drag Racing / NHRA |
| 1960er–70er | Mustang Funny Cars | Drag Racing / NHRA |
| 1971–79 | Mach I / Mustang II Funny Cars | Drag Racing / NHRA |
| 1980er–90er | Foxbody Mustang Funny Cars | Drag Racing / NHRA |
| ab 2008 | Cobra Jet | Drag Racing / NHRA |
| 2020 | Cobra Jet 1400 | Drag Racing / NHRA |
| 2022 | Super Cobra Jet 1800 | Drag Racing / NHRA |
| 2026 | Cobra Jet 2200 | Drag Racing / NHRA |
Am 7. Oktober 1962 wurde anlässlich des US Grand Prix in Watkins Glen das erste Ford-Fahrzeug mit dem Namen Mustang vorgestellt, rückwirkend als Mustang I Concept bezeichnet. Diese Entwicklung begann aufgrund des Vorschlags von Donald Frey, dem leitenden Entwicklungsplaner bei Ford, dass Ford sportlichere Autos bauen sollte. Dies war besonders relevant, da der direkte Mitbewerber General Motors mit der Corvette bereits aktiv in diesem Kundensegment tätig war. Henry Ford II und der Chefdesigner Gene Bordinat wurden überzeugt, sodass diese Entwicklung gestartet werden konnte.
Es blieb wenig Zeit für die Entwicklung, da die Entscheidung im Januar 1962 fiel und das Ziel die Vorstellung im Oktober im gleichen Jahr war. Die Vorgabe war ein einfacher, zweisitziger Sportwagen. Gene Bordinat zeichnete innerhalb von drei Wochen die Form des Wagens. Die weitere Entwicklung fand unter der Leitung von John Najjar statt. Es wurden zwei Autos entwickelt: eines als voll fahrbereites Modell und eines als sogenanntes Mockup-Car aus Fiberglas. Najjar entschied sich für ein Mittelmotorfahrzeug. Aufgrund des geringen Gewichts von rund 700 kg wurde der 1,5-Liter-V4-Zylinder-Taunus-Motor gewählt, mit 89 PS bzw. 109 PS in der Rennausführung. Die Sitze wurden fest mit dem Rahmen montiert, während die Pedalerie verstellbar war. Die Karosserie wurde von Troutman & Barnes in LA aus Aluminium hergestellt und als Ganzes verschweißt. Hinzu kamen ein Überrollbügel und eine Plexiglasscheibe. Najjar (ein Flugzeugfan) war auch der Namensgeber und taufte den Wagen auf den Namen ‚Mustang‘ in Anlehnung an das amerikanische Kampfflugzeug P-51 Mustang aus dem Zweiten Weltkrieg.
Die Präsentation fand wie geplant im Oktober 1962 am Rennwochenende in Watkins Glen statt. Der Wagen wurde von Dan Gurney gefahren, und die Medien berichteten: „Ford entwickelt einen Sportwagen, der die Corvette schlägt.“ Genau das war es, was Lee Iacocca hören wollte. Das Konzeptfahrzeug wurde daraufhin weltweit vorgestellt, auch in Europa. Glücklicherweise überlebte das Konzeptfahrzeug und wurde 1974 dem Henry-Ford-Museum übergeben, wo es in der Dauerausstellung gezeigt wird und gelegentlich für spezielle Veranstaltungen ausgeliehen wird.
Film über den Mustang I Concept aus dem Jahre 1962, Link
Mustang I Concept am Autosalon Genf 1963, ab Min 3.52 Link
Lee Iacocca, damals Vizepräsident von Ford, erkannte das Potenzial eines erschwinglichen Sportwagens. Er gründete die «Fairlane Group», die im Fairlane-Hotel tagte. Diese Gruppe wurde beauftragt, einen viersitzigen Sportwagen mit Frontmotor zu entwickeln. Das Ergebnis sollte im Oktober 1963 in Watkins Glen vorgestellt werden.
Die Entwicklung des Mustang II Concept lief unter der Leitung von John Najjar, mit dem Grunddesign von Donald Frey. Dieser Wagen, basierend auf dem Ford Falcon, zeigt viele Details des späteren Mustangs. Die Karosserie besteht aus Stahl, hergestellt von der Dearborn Steel Tubing, Vorder- und Rückteile sowie das abnehmbare Hardtop sind aus Fiberglas. Das Interieur ist aus Holz und Fiberglas gefertigt. Angetrieben wird er von einem 289 HiPo V8 Motor. Der Mustang II Concept ist 5 Zoll länger und 3 Zoll niedriger als das spätere Serienmodell.
Das Fahrzeug wurde pünktlich vorgestellt und bereitete den Weg für das Serienmodell des Mustangs, welches ein halbes Jahr später im April 1964 präsentiert wurde. Der voll funktionsfähige Konzeptwagen wurde glücklicherweise nicht als Testfahrzeug verwendet und blieb erhalten. 1975 gelangte er in das Henry Ford Museum in Detroit, wo er gelegentlich für spezielle Veranstaltungen ausgeliehen wird.
Zusammenstellung: Marcel Alder