Mustang Twister Special

Die Geschichte der Twister Mustangs ist eng mit Kansas City und der dortigen Ford-Händlerschaft verbunden. Sie reicht vom ARI-Pace-Car-Projekt von 1970 über den legendären Twister Special von 1970 und den Twister II von 1985 bis zum Twister Special von 2008. Trotz ihrer unterschiedlichen Entstehung verbindet alle vier Sondermodelle der Bezug zu Tornados und die Idee, den Mustang mit einer besonders auffälligen regionalen Sonderedition hervorzuheben.

1970 ARI Pace Car

Ende 1969 wandte sich American Raceways International (ARI) an Ford, um für die eigenen bzw. geplanten Rennstrecken spezielle Mustang-Pacecars zu erhalten. ARI betrieb damals mehrere grosse Ovalrennstrecken, auf denen unter anderem NASCAR-Rennen stattfanden, und benötigte Fahrzeuge, die den Rennfeldern bei hoher Geschwindigkeit vorausfahren konnten. Ford Special Promotions entwickelte daraufhin eine kleine Serie von zehn speziell vorbereiteten 1970er Mustangs – fünf Mach 1 SportsRoof und fünf Convertibles. Alle Fahrzeuge erhielten den 428 Cobra Jet mit Ram Air und C6-Automatik und wurden für den schnellen Pace-Car-Einsatz technisch umfangreich überarbeitet.

1970 ARI Pace Car 'Calypso Coral'

Die zehn ARI-Mustangs gingen deutlich über einen normalen 428-Cobra-Jet-Mustang hinaus. Die Motoren wurden ausgebaut und bei Ford Engineering vollständig zerlegt, ausgewuchtet und blueprintet; hinzu kamen eine Dreiwinkel-Ventilbearbeitung, bearbeitete Ventilfedern, shot-peened Pleuel sowie verstärkte Kolben und Dichtungen. Auch das C6-Dreigangautomatikgetriebe wurde blueprintet und ausgewuchtet. Die Hinterachse erhielt eine 3,00:1-Übersetzung, während gekürzte vordere Federn und spezielle Stossdämpfer die Karosserie absenkten und das Fahrverhalten bei hohem Tempo verbesserten. Für die Dauerbelastung kamen ausserdem Ölkühler, ein NASCAR-artiger T-Ölwanneneinsatz, ein zusätzlicher 150-psi-Öldruckmesser und ein 1,5-Zoll-Rollbügel hinzu.

1970 ARI Pace Car Convertlble 'Grabber Green'

Die fünf Convertible-Pacecars wurden jeweils in einer anderen auffälligen Ford-Farbe ausgeführt: Pastel Blue, Calypso Coral, Grabber Blue, Competition Yellow und Grabber Green. Die Fahrzeuge trugen spezielle ARI-Grafiken, teilweise mit dem Namen bzw. Logo der jeweiligen Rennstrecke, und unterschieden sich damit deutlich von normalen Serien-Mustangs. Die Convertibles erhielten zudem ein weisses Interieur und weisses Verdeck, während die Mach 1 entsprechend ihrer SportsRoof-Karosserie ausgeführt waren. Zur Erkennung gehörten ausserdem die charakteristischen Pace-Car-Markierungen und die für den Einsatz auf Rennstrecken erforderlichen technischen Ergänzungen.

Die Fahrzeuge waren nicht für Rennen gedacht, mussten aber den Rennfeldern auf den schnellen Ovalen sicher vorausfahren können. Deshalb lag der Schwerpunkt auf Dauerfestigkeit, hoher Endgeschwindigkeit und stabilen Fahreigenschaften und nicht auf maximaler Beschleunigung. Besonders die Kombination aus vorbereitetem 428 Cobra Jet, 3,00er Hinterachse, abgesenktem Fahrwerk und verbesserter Ölversorgung machte die ARI-Mustangs zu aussergewöhnlichen Hochgeschwindigkeits-Pacecars. Sie sollten auf Strecken eingesetzt werden, auf denen die Rennwagen Geschwindigkeiten von weit über 100 mph erreichten.

Von den ursprünglich wesentlich umfangreicheren ARI-Plänen wurden tatsächlich nur zehn Mustangs fertiggestellt: fünf Convertibles und fünf Mach 1 SportsRoofs. ARI geriet jedoch kurz darauf in finanzielle Schwierigkeiten und ging in Konkurs, bevor die Fahrzeuge wie vorgesehen dauerhaft in das Programm übernommen werden konnten. Die fünf Convertibles wurden unter anderem den Rennstrecken Atlanta International Raceway, Eastern International Speedway, Texas International Raceway, Riverside International Raceway und Michigan International Speedway zugeordnet. Die fünf Mach 1 waren als VIP- bzw. zusätzliche Pacecars vorgesehen.

1970 ARI Pace Car 'Grabber Orange'

Die ARI-Mustangs sind historisch besonders interessant, weil sie den unmittelbaren Ursprung der späteren Twister Special-Serie bilden. Ford blieb nach dem Zusammenbruch von ARI auf den speziell vorbereiteten Fahrzeugen beziehungsweise auf dem daraus entstandenen Projekt sitzen. Der Kansas City Sales District griff die Idee auf und entwickelte daraus die 96 Twister Special Mach 1, wobei Gestaltungselemente der ARI-Fahrzeuge übernommen wurden. Die ursprünglichen zehn ARI-Mustangs wurden jedoch nicht einfach zu Twistern umgebaut; sie bilden eine eigenständige Gruppe. Heute gelten insbesondere die fünf Convertibles als extrem seltene Sammlerfahrzeuge; mehrere sind dokumentiert und restauriert worden.

Merkmal1970 ARI Pace Car
BasisFord Mustang 1970
AuftraggeberAmerican Raceways International (ARI)
BaujahrEnde 1969 für Modelljahr 1970
Karosserie5 Convertible / 5 Mach 1 SportsRoof
Produktion10 Fahrzeuge
Motor428 cu.in. Cobra Jet V8, Ram Air
Werksleistung335 hp / ca. 250 kW
GetriebeC6 3-Gang-Automatik
Hinterachse3,00:1
Motorblueprintet und ausgewuchtet
Weitere TechnikÖlkühler, NASCAR-T-Ölwanne, spezielle Federn/Stossdämpfer
Sicherheit1,5-Zoll-Rollbügel
Zusatzinstrument150-psi-Stewart-Warner-Öldruckmesser
FarbenPastel Blue, Calypso Coral, Grabber Blue, Competition Yellow, Grabber Green
EinsatzPacecars/VIP-Fahrzeuge für ARI-Rennstrecken
BesonderheitUrsprung des späteren Twister-Projekts
1970 Twister Special
70 Twister Spezial mit Shaker 'Grabber Orange' und Magnum 500 Felgen

Der Twister Special entstand unmittelbar aus dem gescheiterten ARI-Pace-Car-Projekt. Nachdem American Raceways International in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, suchte Ford nach einer Möglichkeit, die speziell vorbereiteten Fahrzeuge und die bereits entwickelte Idee eines auffälligen Performance-Mustangs zu vermarkten. Gleichzeitig wollte der Ford Kansas City Sales District (DSO 53) seine Händler mit einem besonders attraktiven Sondermodell für den regionalen Markt ausstatten. Aus dieser Verbindung entstand der Twister Special – benannt nach den für den Mittleren Westen typischen Tornados. Die 96 Fahrzeuge waren allerdings keine umgebauten ARI-Pacecars, sondern eine eigenständige, speziell bestellte Serie von 1970er Mach 1 SportsRoofs, bei der Gestaltungselemente des ARI-Projekts übernommen wurden.

Basis war der 1970 Mustang Mach 1 SportsRoof, der serienmässig bereits über eine sportliche Ausstattung, Scheibenbremsen vorn und die charakteristische Mach-1-Karosserie verfügte. Ursprünglich sollten alle 100 bestellten Fahrzeuge mit dem 428 Super Cobra Jet ausgestattet werden; wegen eines Lieferengpasses bei den 428-Motoren wurde die Serie schliesslich auf 48 Fahrzeuge mit 428 SCJ und 48 mit dem neuen 351 Cleveland 4V aufgeteilt. Die 428er leisteten werksseitig 335 hp, der 351 Cleveland 4V 300 hp. Alle Twister Specials erhielten die funktionale Shaker-Haube, Competition Suspension und eine 3,50:1 Traction-Lok-Hinterachse; die 428-SCJ-Fahrzeuge gehörten zum besonders leistungsorientierten Drag-Package-Umfeld.

Der Twister Special entstand unmittelbar aus dem gescheiterten ARI-Pace-Car-Projekt. Nachdem American Raceways International in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, suchte Ford nach einer Möglichkeit, die speziell vorbereiteten Fahrzeuge und die bereits entwickelte Idee eines auffälligen Performance-Mustangs zu vermarkten. Gleichzeitig wollte der Ford Kansas City Sales District (DSO 53) seine Händler mit einem besonders attraktiven Sondermodell für den regionalen Markt ausstatten. Aus dieser Verbindung entstand der Twister Special – benannt nach den für den Mittleren Westen typischen Tornados. Die 96 Fahrzeuge waren allerdings keine umgebauten ARI-Pacecars, sondern eine eigenständige, speziell bestellte Serie von 1970er Mach 1 SportsRoofs, bei der Gestaltungselemente des ARI-Projekts übernommen wurden.

Die Motoren wurden mit beiden damals wichtigen Getriebevarianten kombiniert. Von den 48 428-SCJ-Fahrzeugen erhielten 24 ein Viergang-Schaltgetriebe und 24 die C6-Automatik. Bei den 48 351-Cleveland-Fahrzeugen waren es dagegen 9 Viergang- und 39 Automatikfahrzeuge. Damit entstanden vier klar definierte Antriebsvarianten, wobei jede Kombination 24, 24, 9 beziehungsweise 39 Fahrzeuge umfasste.

Alle 96 Twister Specials wurden in Grabber Orange lackiert und erhielten schwarze Twister-Grafiken. Charakteristisch war die Tornado-Grafik auf den hinteren Seitenwänden, ergänzt durch die Beschriftung „Twister Special“ und überarbeitete Seitenstreifen, die auf das ursprüngliche ARI-Design zurückgingen. Zur Ausstattung gehörten die funktionale Shaker-Haube, Mach-1-typische Nebellampen im Kühlergrill, schwarze Heckblende, Aluminium-Seitenschweller und die Mach-1-Deluxe-Innenausstattung mit Sportsitzen, Mittelkonsole und Holzdekor. Damit war der Twister optisch deutlich aggressiver als ein normaler Mach 1, ohne seine Serienidentität zu verlieren.

1970 Torino Twister 'Vermillion'

Die komplette Serie wurde am 7. November 1969 beim Total Performance Day am Kansas City International Raceway präsentiert. Dort standen die 96 Mustang Twister Special gemeinsam mit 90 Torino Cobra Twister Specials für die Händler bereit. Anschliessend wurden die Mustangs ausschliesslich über Händler im Ford Kansas City Sales District DSO 53 verkauft. Dieser regionale Charakter ist heute ein wichtiges Authentifizierungsmerkmal, denn originale Fahrzeuge tragen den entsprechenden DSO-Code.

Insgesamt entstanden 96 Mustang Twister Special. Davon waren 48 mit 351 Cleveland 4V und 48 mit 428 Super Cobra Jet ausgestattet. Bei den Getrieben entfielen 33 Fahrzeuge auf den Viergang-Schalter und 63 auf die C6-Automatik. Alle 96 waren Mach 1 SportsRoof und Grabber Orange lackiert. Damit gehört der Twister Special zu den seltensten seriennahen Sondermodellen des Modelljahres 1970.

Der 1970 Twister Special ist das bekannteste Ergebnis der kurzen ARI-Twister-Geschichte und verbindet ein gescheitertes Pace-Car-Projekt mit einer erfolgreichen regionalen Ford-Verkaufsaktion. Entscheidend ist dabei die Trennung zwischen den zehn ARI-Mustangs und den 96 Twister Specials: Die ARI-Fahrzeuge waren speziell vorbereitete Pacecars, während die Twister Specials eine eigenständige Serie für den Kansas City Sales District waren. Ein Teil der 96 Fahrzeuge ist bis heute erhalten und in Registern dokumentiert; aufgrund der begrenzten Produktion und der eindeutigen DSO-Kennung lassen sich Originale vergleichsweise gut von späteren Nachbauten unterscheiden.

1970 Twister Spezial 'Grabber Orange' mit Standard Felgen
Merkmal1970 Twister Special
BasisFord Mustang Mach 1 SportsRoof
Modelljahr1970
VertriebFord Kansas City Sales District, DSO 53
Produktion96 Fahrzeuge
Motoren351 Cleveland 4V / 428 Super Cobra Jet
351 Cleveland 4V48 Fahrzeuge / 300 hp
428 Super Cobra Jet48 Fahrzeuge / 335 hp
351 / 4-Gang9 Stück
351 / C6-Automatik39 Stück
428 / 4-Gang24 Stück
428 / C6-Automatik24 Stück
FarbeGrabber Orange
Haubefunktionale Shaker-Haube
Hinterachse3,50:1 Traction-Lok
FahrwerkCompetition Suspension
Optikschwarze Twister-Grafiken, Tornado-Emblem, Mach-1-Dekor
Vorstellung7. November 1969, Kansas City International Raceway
Besonderheitentstand aus dem gescheiterten ARI-Projekt
Verhältnis zu ARIeigenständige Serie, keine umgebauten ARI-Pacecars
1985 Twister II

Der Twister II entstand 1985 zum 15. Jubiläum des legendären 1970 Mustang Twister Special. Wie schon beim ursprünglichen Twister ging die Initiative vom Ford Kansas City Sales District (DSO 53) aus. Die dortigen Ford-Händler wollten an die erfolgreiche regionale Sonderedition von 1970 anknüpfen und nutzten dafür den inzwischen wieder sehr sportlichen Mustang GT der Foxbody-Generation. Die neuen Fahrzeuge wurden im Oktober 1984 als Modelljahr 1985 produziert und später im Kansas-City-Gebiet vermarktet. Im Gegensatz zum ursprünglichen Twister war der Twister II jedoch kein eigenständiges Performance-Paket, sondern eine regional begrenzte Sonderedition auf Basis des Mustang GT.

1985 Twister II mit T-Top 'Jalapeño Red'

Technisch entsprach der Twister II dem jeweiligen 1985 Mustang GT. Herzstück war der 5,0-Liter-V8 mit 210 hp (156 kW) in Verbindung mit dem sportlichen T-5-Fünfganggetriebe. Der 1985er GT gehörte damit zu den leistungsfähigsten amerikanischen Serienfahrzeugen seiner Preisklasse. Eine spezielle Twister-Motorabstimmung, ein eigenes Fahrwerk oder besondere Antriebsbauteile gab es jedoch nicht. Die Kunden konnten den Twister II vielmehr mit den normalen GT-Optionen ausstatten; rund ein Dutzend Fahrzeuge erhielten beispielsweise die optionale 3,08:1-Hinterachse, darunter kein Convertible.

Die eigentliche Besonderheit lag im Erscheinungsbild. Die überwiegend in Jalapeño Red lackierten Fahrzeuge erhielten schwarze Streifen entlang der Schweller mit dem ausgesparten Schriftzug „TWISTER II“ sowie vor den Hinterrädern ein auffälliges Tornado-Symbol mit Augen. Dazu kam eine schwarze Grafik auf der Motorhaube mit GT-Schriftzug. Neben Jalapeño Red waren auch Medium Canyon Red Metallic, Oxford White und Silver Metallic erhältlich. Zur Jubiläumsausstattung gehörten ausserdem eine Bronze-Plakette am Armaturenbrett, ein Alabaster-Untersetzer mit laufendem Mustang sowie Informationsmaterial von Ford. Nicht bei allen erhaltenen Fahrzeugen sind diese Zubehörteile noch vorhanden, da sie teilweise von Händlern oder Verkäufern separat behalten wurden.

Insgesamt wurden lediglich 90 Twister II zusammengestellt: 76 Hatchbacks und 14 Convertibles. Von den Hatchbacks besassen 74 das T-5-Fünfganggetriebe und nur zwei die Automatik; bei den Convertibles waren es neun Fünfgang- und fünf Automatikfahrzeuge. Damit waren 83 der 90 Twister II handgeschaltet. Die Fahrzeuge waren ausschliesslich für den Kansas-City-Verkaufsdistrikt bestimmt und wurden nicht als reguläres nationales Ford-Sondermodell angeboten. Die spezielle Twister-II-Kennzeichnung erscheint deshalb auch nicht einfach als normale Werksoption auf dem Ford-Fensteraufkleber; der DSO 53 auf den Fahrzeugunterlagen ist ein wichtiges Merkmal zur Identifizierung. Die Händler konnten grundsätzlich GTs mit unterschiedlichen Farben und normalen GT-Optionen bestellen; es handelte sich also nicht um eine von Ford zentral vorkonfigurierte Sonderausstattung. Genau deshalb sind die 90 Fahrzeuge hinsichtlich Ausstattung und Farbe nicht völlig identisch

Twister Bronze Plakete am Armaturenbrett

Der Twister II setzte die Tradition des 1970er Twister fort, ohne dessen technischen Anspruch zu wiederholen. Während der erste Twister als Mach 1 mit 428 Super Cobra Jet oder 351 Cleveland 4V ein echtes Muscle-Car-Sondermodell war, beschränkte sich die zweite Generation im Wesentlichen auf die exklusive Optik und die regionale Vermarktung. Gerade die geringe Stückzahl von nur 90 Exemplaren macht den Twister II heute zu einem seltenen Foxbody-Sondermodell. Besonders selten sind die 14 Convertibles, während die 83 Fünfgangfahrzeuge den sportlichen Charakter des damaligen 5.0 GT widerspiegeln. Die erhaltenen Fahrzeuge sind heute vor allem bei Sammlern interessant, wobei die originale Twister-II-Grafik und die dokumentierte Zugehörigkeit zum Kansas-City-Distrikt entscheidend für die Authentizität sind.

MerkmalTwister II 1985
BasisMustang GT, Foxbody
Modelljahr1985
Bauzeit der Twister IIOktober 1984
Motor5,0 l V8 H.O., 210 hp / 156 kW
GetriebeT-5 5-Gang oder Automatik
Hatchback76
Convertible14
Gesamtproduktion90
5-Gang83
Automatik7
Häufigste FarbeJalapeño Red (2R)
Weitere FarbenMedium Canyon Red Metallic, Oxford White, Silver Metallic
SondergrafikTwister-II-Seitenstreifen, Tornado-Symbol, schwarze Haubengrafik
SonderausstattungBronze-Dashplakette, Alabaster-Untersetzer, Ford-Informationsmaterial
VerkaufsgebietKansas City Sales District, DSO 53
Besonderheit15-Jahr-Jubiläum des 1970 Twister Special
2008 Twister Special
2008 Twister 'Grabber Orange'

Nach dem 1970 Twister Special und dem 1985 Twister II kehrte der Name 2008 nochmals nach Kansas City zurück. Initiator war diesmal R&A Motorsports aus Lee’s Summit, Missouri, das den Twister als Hommage an die beiden früheren Sondermodelle entwickelte. Das Konzept verband die auffällige Grabber-Orange-Lackierung des 1970er Twister mit moderner Technik und einer deutlich umfangreicheren optischen und technischen Aufrüstung. Anders als 1970 und 1985 handelte es sich nicht um ein von Ford gebautes Werks-Sondermodell, sondern um einen von R&A Motorsports auf Basis des Mustang GT umgebauten Sonder-Mustang. Ursprünglich waren 96 Fahrzeuge vorgesehen, analog zur Stückzahl des 1970er Twister; tatsächlich wurden nach späteren Angaben jedoch nur etwa 22 Fahrzeuge fertiggestellt.

Ausgangspunkt war der 2008 Mustang GT der S197-Baureihe mit dem 4,6-Liter-V8 und serienmässig rund 300 hp (224 kW). R&A Motorsports ergänzte den Wagen je nach Ausbaustufe mit verschiedenen Leistungs- und Fahrwerkskomponenten. Zum Twister-Paket gehörten unter anderem 3,91:1-Hinterachsübersetzung, Ford-Racing-Abgasanlage, Eibach-Federn, verbesserte Bremsen und ein manuelles Getriebe; darüber hinaus konnten verschiedene Leistungspakete bestellt werden. Die stärkeren Ausführungen wurden unter den Bezeichnungen EF-1 bis EF-5 geführt, wobei die Bezeichnungen an die damalige Tornado-Skala angelehnt waren. Der EF-5 erhielt beispielsweise einen 5,4-Liter-V8 mit ProCharger-Kompressor, JBA-Fächerkrümmer, Ford-Racing-Abgasanlage, Sechsganggetriebe, 4,11er-Hinterachse und Baer-Vierradbremsen.

Charakteristisch war die ausschliessliche Lackierung in Grabber Orange, womit bewusst die Verbindung zum Twister von 1970 hergestellt wurde. Schwarze Bereiche an Dach, Motorhaube und unteren Karosserieteilen bildeten einen starken Kontrast zur orangefarbenen Karosserie. Dazu kamen eine Shaker-Haube mit funktionierendem Lufteinlass, Twister-Sondergrafiken, ein Ducktail-Heckspoiler, modifizierte Rückleuchten mit sequenzieller Blinkfunktion sowie C-Säulen-/Seitenscheibenaufsätze. Besonders auffällig waren die 20-Zoll-Foose-Räder mit Twister-Sondernaben, der Tri-Bar-Pony-Kühlergrill und zusätzliche mittige Zusatzscheinwerfer. Im Innenraum fanden sich Twister-Sonderlogos auf Kopfstützen und Fussmatten sowie eine nummerierte R&A-Produktionsplakette am Armaturenbrett; bei bestimmten Fahrzeugen kam zudem das Glassback-Dach hinzu

2008 Twister Convertible 'Grabber Orange'

Die Basisfahrzeuge blieben leistungsmässig zunächst nahe am serienmässigen Mustang GT, während die verschiedenen R&A-Ausbaustufen eine erhebliche Spreizung ermöglichten. Ein dokumentiertes Fahrzeug mit EF-2-Paket verfügte beispielsweise über 325 hp, 3,73er Hinterachse und weitere technische Änderungen. Die Spitze bildete der EF-5 mit 5,4-Liter-Kompressormotor, der aus dem Serien-GT einen erheblich leistungsstärkeren Hochleistungs-Mustang machte. Damit war der 2008er Twister wesentlich mehr als nur ein optisches Sondermodell und näherte sich konzeptionell den zeitgenössischen Tuning- und Performance-Mustangs von Roush, Saleen oder Steeda an.

2008 Twister Special in der Ausbaustufe EF-5

Ursprünglich plante R&A Motorsports 96 Twister Special, aufgeteilt auf 48 Coupés und 48 Convertibles. Diese Zahl wurde bereits 2007 in der Ankündigung genannt. Die tatsächliche Produktion blieb jedoch deutlich darunter; eine spätere Dokumentation von Mecum nennt 22 fertiggestellte Fahrzeuge als Schätzung. Deshalb sollte die oft genannte Zahl von 96 als geplante Produktionszahl und nicht als gesicherte tatsächliche Stückzahl geführt werden. Zusätzlich waren sechs besonders spezielle Fahrzeuge angekündigt – zwei Prototypen sowie je zwei Drag-Racing- und Rundstreckenfahrzeuge.

Der 2008 Twister Special bildet den dritten und bislang letzten grossen Wiederaufgriff des Twister-Konzepts. Während 1970 ein echtes Ford-Sondermodell und 1985 eine regionale Ford-DSO-Aktion entstand, war der 2008er Twister ein R&A-Motorsports-Umbau auf Basis des Mustang GT. Die Fahrzeuge erhielten deshalb neben ihrer normalen Ford-VIN eine eigene R&A-Produktionsnummer, was für die Identifikation besonders wichtig ist. Durch die geringe tatsächliche Stückzahl sind erhaltene Exemplare heute ausgesprochen selten; einzelne Fahrzeuge sind über Auktionen und das Twister-Register dokumentiert.

Merkmal2008 Twister Special
BasisFord Mustang GT, S197
Baujahr2008
Hersteller/UmbauR&A Motorsports, Lee’s Summit, Missouri
Werks-Sondermodell?Nein, R&A-Umbau
Motor Basis4,6 l V8
Serienleistungca. 300 hp / 224 kW
Farbeausschliesslich Grabber Orange
KarosserieCoupé und Convertible
Geplant96 Fahrzeuge, 48 Coupés / 48 Convertibles
Tatsächlichnach späterer Schätzung ca. 22 Fahrzeuge
R&A-VariantenEF-1 bis EF-5
Besondere TechnikEibach-Federn, 3,91:1-Achse, Ford-Racing-Abgasanlage, verbesserte Bremsen
OptikShaker-Haube, schwarze Dekore, Ducktail, Twister-Grafiken
Räder20-Zoll-Foose-Räder
InnenraumTwister-Kopfstützen, Fussmatten, nummerierte Plakette
VertriebRaum Kansas City
BesonderheitFortsetzung der Twister-Tradition von 1970 und 1985

Zusammenstellung: Marcel Alder