Die 12V-Anlagen der Mustangs gelten als sehr robust und wenig anfällig. Der grösste Feind sind/waren die Besitzer selbst. An vielen Fahrzeugen wurden zusätzliche Radios, Lampen, Hupen und weiteres mehr oder weniger nützliches Zubehör installiert. Bei solchen Einbauten wurden die Kabelbäume oft hemmungslos zerschnippelt, was heute zu Kontaktschwierigkeiten, elektrischen Ausfällen oder Kurzschlüssen führen kann. Bisweilen waren auch CH-Zulassungsvorschriften dafür verantwortlich, dass Zuleitungen zu Lampen geändert oder unbürokratisch “durchgeknipst” wurden. Nicht wenige hinteren Kabelstränge wurden bei Rostreparaturen zerstört – in Unkenntnis der Leistungsführung; z.B. bei Schweissarbeiten an den hinteren Radläufen. Speziell bei Importen aus den US-Südstaaten können die Kabel komplett brüchig sein. Abplatzende Isolation ist dann verantwortlich für Kurzschlüsse. Nach 60 Jahren kann solches mittlerweile auch bei alteingesessenen CH-Autos passieren.
Beim Kauf checken, ob alle elektrischen Systeme arbeiten. Wer Flickwerk nicht mag – es sind viele Kabelstränge zumindest bis zum Modelljahrgang 1970 neu erhältlich. Allerdings vergleichsweise teuer. Ebenfalls wortreich angebotene Universalkabelbäume verlangen nach vertieften autoelektrischen Kenntnisse und sind ein Fall für Fortgeschrittene!
Die Schalter sind jedoch problemlos und relativ kostengünstig als Ersatzteil erhältlich. Der Wechsel dauert mit entsprechendem “know how” keine 10 Minuten. Wer auf Halogenlicht umbaut, sollte den Einbau eines zusätzlichen Steuerrelais einplanen. Damit ist das Problem definitiv erledigt. LEDs sind nicht jedermanns Geschmack auch nicht auf jeder MFK gern gesehen… Wenigstens so umbauen, dass man sie problemlos wieder zurückrüsten kann.
Die Tankuhr zeigt bisweilen etwas ungenaue Werte an. Bis sich der neue Besitzer an deren Eigenheiten gewöhnt hat, sollte er einen gefüllten Benzinkanister mitführen. Bleibt die Uhr auch bei vollem Tank auf “leer”, ist mit grösster Wahrscheinlichkeit der Schwimmer am Tankgeber vollgelaufen. Ersatz ist problemlos erhältlich.
Wer sich für einen der seltenen 67/68er Mustangs mit “deluxe convenience lights” interessiert (Zusatzwarnlicht für Benzin, Gurten, Handbremse, Tür offen) kontrolliert besser deren Funktion. Fehlende Teile sind nur sehr schwer und entsprechend teuer zu beschaffen. Man kann allerdings auch gut ohne die Anzeigen leben…